Programm

 

Datum: 17. Juli 2019
Ort: Alte Kongresshalle München

 

08:30 Uhr Ankommen    
09:00 Uhr Eröffnung
Beatrix Zurek, Stadtschulrätin Landeshauptstadt München
12:00 Uhr Mittagspause
09:10 Uhr Grußwort
Christine Strobl, Bürgermeisterin Landeshauptstadt München
13:00 Uhr Frechheit siegt. Bildung verliert.
Christian Springer, Kabarettist
09:30 Uhr Demokrat*innen brauchen Demokratien
Prof. Dr. Reinhold Hedtke, Lehrstuhl Wirtschaftssoziologie
und Didaktik der Sozialwissenschaften, Universität Bielefeld
13:30 Uhr Workshops und Fachforen
10:00 Uhr Kulturell-politische Intervention 15:00 Uhr Kaffeepause
10:15 Uhr Kaffeepause 15:15 Uhr Vertiefungsworkshops und weitere Fachforen
10:45 Uhr Was muss politische Bildung leisten?
Podiumsdiskussion mit Müncher Stadträt*innen und Schüler*innen
Beatrix Burkhardt, CSU-Fraktion; Jutta Koller, Fraktion Die Grünen/Rosa Liste; Julia Schönfeld-Knor, SPDFraktion; Matylda Bobnis und Lydia Leiste, Klimaaktivistinnen Fridays for Future; Alex Löher und
Natnael Michael, StadtschülerInnenvertretung
16:15 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr Für mich. Für München. Kommunalwahl 2020.
Vorstellung der Kampagne zur Kommunalwahl 2020.
Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München
16:30 Uhr Medienerziehung als Aufgabe politischer Bildung
Rupert Grübl, Leiter Landeszentrale für Politische Bildung Bayern
11:45 Uhr Fragen aus dem Publikum 17:00 Uhr Schlussworte
Mathias Marschall, kom. Leiter Pädagogisches
Institut – Zentrum für kommunales
Bildungsmanagement, Referat für Bildung
und Sport, Landeshauptstadt München
       
  Moderation: Jutta Prediger, Bayerischer Rundfunk    


Die Anmeldung ist geschlossen

 

Überblick über die WORKSHOPs

 

uebersicht ws

RBS WORKSHOPS 1/1 bis 1/4; 13:30-15:00 UHR

1/1 Politische Bildung als politische Priorität und alltägliche Praxis

Politische Bildung und Demokratiebildung bleiben in der Bildungspolitik sowie in Schule und Unterricht meist eine Nebensache. Noch marginaler als politische Bildung sind politisches Entscheiden und Handeln von Kindern und Jugendlichen in der Schule und darüber hinaus. Doch Demokratisierung der Schule heißt auch Politisierung der Organisation Schule und verlangt nach politischer Macht für die Lernenden, sei es in repräsentativen oder direkten Formen. Denn Politik lernt man praktisch am besten durch Politik. Der Workshop beschäftigt sich damit, wie man eine in diesem Sinne politische Demokratisierung in Schulen konzipieren und umsetzen kann.

Prof. Dr. Reinhold Hedtke, Lehrstuhl Wirtschaftssoziologie und Didaktik der Sozialwissenschaften, Universität Bielefeld

1/2 Bildung über, durch und für Menschenrechte. Unverzichtbares Element demokratiepolitischer Bildung von Kindern und Jugendlichen

Menschenrechtsbildung ist anschlussfähig an viele andere verwandte pädagogische Felder im Bereich der  Demokratiepädagogik, der interkulturellen Bildung, der historisch-politischen Bildung oder der antidiskriminierenden und antirassistischen Bildungsarbeit. Innerhalb dieser Disziplinen werden Menschenrechte zwar teilweise thematisiert, bilden aber nicht zwingend die Grundlage im Sinne eines rechtebasierten Ansatzes (rights-based approach), d.h. es ist ein Unterschied, ob man um etwas bittet oder ob gültiges Recht eingefordert wird. Die Referent*innen geben einen fachlichen Input zur Bedeutung von Menschenrechtspädagogik als Grundlage von demokratischer Bildung und stellen altersgerechte Methoden zur Menschenrechtsbildung für Kinder und Jugendliche vor.

Melanie Contu und Klaus Joelsen, Stadtjugendamt, Sozialreferat, Landeshauptstadt München

1/3 Beteiligung von Anfang an! So erfahren Kinder Demokratie im Alltag

„Demokratie ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss!“ (Negt 2004) ).
Kinder lernen Demokratie schon von Klein an, wenn sie im Alltag mit ihren Bedürfnissen, ihrer Meinung und Sicht der Dinge ernst genommen werden. In Partizipationsprozessen handeln sie gemeinsam Entscheidungen aus und setzen diese um.
Im Rahmen dieses Workshops erfahren Sie wichtige Grundlagen und Bedingungen für das Gelingen von Partizipation. Gemeinsam diskutieren wir alltägliche Partizipationsanlässe in Ihrer Praxis.
Zum Abschluss bekommen Sie einen Einblick in die Methodensets Kita-Stadteil-Koffer und Kinder-Aktions-Koffer, die die Beteiligung von Kindern an der Stadtteilgestaltung unterstützen.

Sibylle Brendelberger, Kultur- und Spielraum e.V., Renate Thellmann, Fachpädagogin des städtischen
Trägers, Referat für Bildung und Sport-KITA

1/4 Demokratisches Lernen an der Schule. Ein Best-Practice-Beispiel aus der städtischen Anne-Frank-Realschule München

Wie kann "Demokratielernen" an der Schule aussehen? Dieser Workshop stellt das Schülerinnenparlament der städtischen Anne-Frank-Realschule als Weiterentwicklung der SMV-Arbeit vor. Dabei werden Aufbau, Struktur sowie Aufgaben und Themen des Schülerinnenparlaments erklärt. Schülerinnen und Lehrkräfte berichten über ihre Erfahrungen und wie die Übernahme von Verantwortung sowie die Gestaltung des Miteinanders als Prinzipien der demokratischen Teilhabe funktionieren kann. Fragen sind willkommen.

Simone Schild, Schulleiterin; Bastian Ligniez, 2. Konrektor; Florian Strohmeier, Verbindungslehrkraft; Stefanie Peschl, Verbindungslehrkraft; Christian Moser, Lernhaussprecher, Schülerinnen

RBS WORKSHOPS 2/1 bis 2/5; 15:15-16:15 UHR

2/1 Von der Schüler*innenvertretung (SMV) bis 'FridaysForFuture. Politische Bildung aus Sicht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Das politische Engagement von jungen Menschen geschieht in einem breiten Spektrum. Von verfassten Strukturen in den Schulen (wie der SMV) über zusätzliche Beteiligungsinstrumente (wie etwa den Klassenrat) bis hin zu global denkenden Bewegungen. Immer geht es (auch) darum, politisches Denken und Aushandeln auszuführen. Dabei sind die meisten Strukturen gerade kein Planspiel - Schülerinnen und Schüler treten stattdessen als echte politische Akteure auf, ob nun im Schulforum oder bei der #FFF-Demonstration. Gemeinsam werden wir in diesem Workshop das breite Spektrum an politischer Bildung aus der Sicht von jungen Menschen anschauen und diskutieren.

Vertreter*innen der Stadtschüler*innenvertretung und #FridaysForFuture

2/2 Das Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Projekt von und für Schülerinnen und Schüler(n), bei dem Kinder und Jugendliche bereits in jungen Jahren Verantwortung übernehmen und zivilgesellschaftliches Engagement entwickeln, indem Sie sich aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, einsetzen, um das Klima an ihrer Schule im Sinne von Respekt und Wertschätzung positiv zu beeinflussen.
»Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« ist mit über 3000 beteiligten Schulen das größte Schulnetzwerk Deutschlands. Allein in der Region Oberbayern ist die Zahl der Schulen, die sich zu den Grundsätzen einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekennen, in den letzten Jahren auf über 130 angewachsen.
Nähere Informationen zum Projekt bekommen Sie in diesem Workshop.

Sarah Bergh, Hanna Neumayer, Pädagogisches Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement, Referat für Bildung und Sport, Landeshauptstadt München,
Patrick Wolf, Landeskoordination SOR-SMC Bayern

2/3 Demokratieerziehung an den Schulen. Staatliches Neutralitätsgebot und Beutelsbacher Konsens

Im schulischen Alltag haben Lehrerinnen und Lehrer oftmals einen Drahtseilakt zu vollbringen: Einerseits haben sie sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu bekennen und für deren Einhaltung einzutreten. Sie müssen deswegen im Unterricht aktiv Positionen entgegentreten, die sich gegen zentrale Grundrechte, wie die Menschenwürde, das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit, den Gleichheitsgrundsatz und die Glaubensfreiheit, richten. Andererseits gilt für Lehrkräfte die sogenannte parteipolitische Neutralitätspflicht.

In diesem Workshop soll anhand konkreter Fallbeispiele gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erarbeitet werden, wie im schulischen Alltag auf herausfordernde Unterrichtssituationen reagiert werden könnte."

Daniele Moisl-Faas, Stabsstelle Recht, Referat für Bildung und Sport, Landeshauptstadt München

2/4 Demokratie stärken: Für mich. Für München. Kommunalwahl 2020. Vorstellung der Kampagne zur Kommunalwahl 2020.

Unser demokratisches Gemeinwesen steht vor großen Herausforderungen. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014 lag bei nur 42%. Eine kritische Masse an Menschen zieht sich aus der demokratischen Teilhabe zurück und nimmt das Wahlrecht nicht mehr wahr.
Die Fachstelle für Demokratie präsentiert vielfältige Materialien, die im Rahmen von niedrigschwelligen Angeboten der politischen Bildung eingesetzt werden können. Zentrales Ziel ist über die Bedeutung der Kommunalwahlen aufzuklären und über Kommunalpolitik zu informieren. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit sich mit den Materialien vertraut zu machen und gemeinsam Möglichkeiten für die Anwendung zu diskutieren.

Dr. Miriam Heigl, Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München

2/5 Geschichte begreifen, Zukunft verantworten: Historisch-politische Bildung am Beispiel des Projektes: Nicht schwarz-weiß. Eine Intervention in Farbe

"Welche Werte sind uns wichtig? Was bedroht uns, was sichert unsere Zukunft?“ 200 Schüler*innen aus sieben Berufszweigen der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung setzten sich mit diesen Fragen und der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Sie haben ihre Gedanken mit Farbe, Form, Schrift, Licht und Statements zu künstlerischen Eingriffen in den Ausstellungsräumen des NS-Dokumentationszentrums verarbeitet.
Im Workshop werden ausgewählte Exponate des partizipativen Ausstellungsprojekts "Nicht Schwarzweiß" vorgestellt. Die Teilnehmenden tauschen dazu ihre Gedanken aus und diskutieren mit den Projektverantwortlichen sowie beteiligten Schüler*innen.

Dr. Thomas Rink, NS-Dokuzentrum München
Clemens Abert, Städtische Berufsschule für Farbe und Gestaltung

RBS WORKSHOPS 3/1 bis 3/5; 13:30-15:00 UHR und 15:15-16:15 UHR

3/1 "Mehr als eine Demokratie." Innovative Methoden zur Demokratiebildung an Schulen.

"Mehr als eine Demokratie« ist ein umfassendes Bildungs- und Fortbildungskonzept, das sieben unterschiedliche Spielarten von Demokratie und deren zentrale Wertvorstellungen in den Blick nimmt. Es basiert auf dem didaktischen Ansatz von "Betzavta/Miteinander" des ADAM-Instituts in Israel, der seit 20 Jahren erfolgreich in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit in Deutschland verankert ist. Es lässt Demokratie als "Lebensform" erfahrbar werden und motiviert zur Übernahme von Verantwortung bei der Gestaltung des eigenen gesellschaftlichen Umfelds. In diesem Workshop lernen Sie Ziele und Methodik des Konzepts näher kennen.

Florian Wenzel, Akademie Führung und Kompetenz am Centrum für angewandte Politikforschung München

3/2 "Fake News Unfaked" Strategien zur Entwicklung kritischer Medienkompetenzen.

Lügen, Falschmeldungen, „alternative Fakten“ und gezielte Hetze verbreiten sich gerade in sozialen Netzwerken immer schneller. Sogenannte "Fake News" betreffen damit auch viele Bereiche des (öffentlichen) Lebens.
Wie sind diese „Nachrichten“ zu erkennen? Wer sind die Autor_innen und welche Auswirkungen hat das auf uns bzw. auf betroffene Gruppen? Was tragen Facebook, Google & Co. dazu bei?
Nach begrifflichen Abgrenzungen und einigen interaktiven Fallbeispielen, fokussieren wir inhaltliche, akteursbezogene als auch medial-technische Seiten von Fake News, um anschließend gemeinsam Handlungsfelder und Maßnahmen zu diskutieren, die zur vielfach geforderten kritischen Medienkompetenz beitragen können.

Sebastian Zollner, freier Trainer und Coach für Sprach- und Diskriminierungskritik

3/3 "Alltagsrassismus - kein Thema?" Aspekte diskriminierungskritischer Schulentwicklung.

Alltagsrassismus und andere Diskriminierungsformen beeinträchtigen das Selbstwertgefühl junger Menschen und stellen Barrieren für Lernen und Teilhabe dar. Was brauchen Lehrkräfte und Schulen, um Diskriminierung, insbesondere Rassismus, wahrzunehmen und professionell entgegenzuwirken?
In diesem Workshop setzen wir uns mit der Notwendigkeit und zugleich Schwierigkeit auseinander, Diskriminierung, insbesondere Rassismus, an Schulen zu erkennen und zu vermeiden. Welche professionellen Voraussetzungen sind dafür notwendig? Wie kann diskriminierungskritische Schulentwicklung aussehen?
Unter anderem wird das Programm „Schule der Vielfalt: Interkulturalität, Diversität, Antidiskriminierung“ (Zusatzqualifikation / Schulentwicklung) des Pädagogischen Instituts - Zentrum für kommunales Bildungsmanagement vorgestellt.
Michael Schneider-Velho, PI-ZK: Politische Bildung
Imke Scheurich, PI-ZKB: Politische Bildung

3/4 Demokratiebildung durch Planspiele. Vorstellung anhand des Planspiels "Flucht und Asyl"

Der Workshop bietet allgemeine Informationen zum Thema Planspiel im Unterricht und zeigt die Chancen auf, die sich dadurch hinsichtlich Demokratieförderung und politischer Bildung der Schülerinnen und Schüler ergeben.
Schwerpunkte des Workshops bilden das Planspiel "Flucht und Asyl" der Städtischen Berufsschule zur Berufsintegration und des Adolf-Weber-Gymnasiums, Träger des Mosaik Jugendpreises 2019, sowie ein Planspiel zur Münchner Kommunalpolitik, das im Juli 2019 bei einer Lehrerfortbildung am Pädagogischen Institut seine Premiere feiern und erstmals im Herbst an Münchner Schulen durchgeführt wird.

Prof. Dr. Stefan Rappenglück, Hochschule München
Eva Gahl, Städt. Berufsschule zur Berufsintegration
Tobias Verbeck, Städt. Adolf-Weber-Gymnasium

3/5 Transformative Bildung - Zur notwendigen Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung, kritischer politischer Bildung und Wachstumskritik

Diese zweiteilige Veranstaltung will im Rahmen der ersten Workshopphase einen kollegialen fachlichen Austausch ermöglichen. Dabei wollen wir zu folgender These arbeiten: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sollte politischer werden und ermöglichen, grundsätzliche (ökonomisch geprägte) Weltverhältnisse zu reflektieren. Diese These entstammt dem Positionspapier des Organisationskreises der Konferenz „Bildung Macht Zukunft – Lernen für die sozial-ökologische Transformation?“ (Kassel, 2019), die Verbindungen zwischen BNE, Globalem Lernen und Kritischer Politischer Bildung herstellte. Christoph Sanders war mitverantwortlich für das Programm der Konferenz und wird eingangs das Positionspapier kurz präsentieren. Für die Diskussion kommen unterschiedliche partizipative Austauschformen zum Einsatz.
In der zweite Workshopphase haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, exemplarisch Methoden zum Thema sozial-ökologische Transformation aus dem Methodenpool „Endlich Wachstum“ (www.endlich-wachstum.de) zu erproben. Die praktischen Erfahrungen wollen wir auf den Austausch in der ersten Workshopphase rückbeziehen und die Theorie so mit der Praxis verknüpfen.

Christoph Sanders, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.